31.01.2019

Fortbildung "Gewaltprävention im Fußball" beim NFV Cuxhaven

Autor / Quelle: Andreas Harneit

200 Vereinsvertreter trafen sich in Flögeln

Am Mittwochabend folgten knapp 200 Vereinsvertreter der Einladung des NFV-Kreisvorstandes und des Spiel-und Jugendausschusses nach Flögeln, um an der Fortbildung „Gewaltprävention im Fußball“ teilzunehmen. Antigewalt- und Deeskalationstrainer Wilfried Wilkens aus Hamburg führte durch die Veranstaltung, die der NFV Cuxhaven aufgrund vermehrter Sportgerichtsverfahren in jüngerer Vergangenheit angesetzt hatte.

Der NFV Cuxhaven machte die Veranstaltung für seine Vereine zur Pflichtveranstaltung. Pro Herren- und Jugendmannschaft, die am laufenden Spielbetrieb teilnimmt, sollte ein Vertretungsberechtigter des Vereines erscheinen.

Nach zwei Spielabbrüchen im Mai und Oktober aufgrund von Gewalt gegen gegnerische Spieler und Schiedsrichter und immer mehr Sportgerichtsverfahren, sah sich der NFV Kreis Cuxhaven zum Handeln gezwungen. Zuletzt wurde im Oktober die Partie der TSG Nordholz gegen FC Eintracht Cuxhaven II abgebrochen. Dieser Abbruch schlug hohe Wellen, da der Unparteiische von der Polizei geschützt und nach Hause gebracht werden musste. Eintracht zog daraufhin die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb zurück.

Nachdem der Kreisvorsitzende Walter Kopf die Anwesenden begrüsste, übernahm Antigewalt-Experte Wilfried Wilkens das Mikrofon und stellte verschiedene Konfliktsituationen und Lösungwege vor. Er gab Vorschläge, wie die Vereinsverantwortlichen schon am Spiefeldrand deeskalierend eingreifen können und wie man mit dem Problem „Gewalt“ auf dem Fußballplatz umgehen kann. Situationen wurden nachgespielt und Lösungen vorgeschlagen. Dabei band er immer wieder die Zuhörer mit ein.

Werner Brickwedel, längjähriger Schiedsrichter und Beisitzer im Sportgericht, stellte fest, dass viele Trainer und Vereinsfunktionäre ihrer Vorbildfunktion nicht immer gerecht werden. Hier erkannte er im Jugendbereich durchaus einen Unterschied zwischen Kreis- und Bezirksebene. Während die Trainer und Betreuer auf Bezirksebene die Entscheidungen des Schiedsrichters zum großen Teil akzeptieren und unterstützen, gäbe es auf Kreisebene immer öfter Unruhe und die Aggressivität nehme zu.

Sein Schiedsrichterkollege Horst Medenwald hatte für solche Fälle eine Idee: Statt Geldstrafen, sollten die verantwortlichen Personen an einer Schiedsrichterausbildung teilnehmen. Damit wäre auch dem NFV Kreis Cuxhaven geholfen. Wie die meisten Kreise leidet auch der Kreis Cuxhaven an Schiedsrichtermangel. Und wenn einigen die Wandlung vom Saulus zum Paulus gelänge, hätte es sich schon gelohnt.

Deutlich wurde bei der Aussprache auch, dass nicht die Anzahl der Verwarnungen und Fairplay-Tabellen das Problem sind, sondern dass die Verfahren, in denen es um Gewalt geht, zugenommen hat. Die Hemmschwelle ist niedriger und die Qualität der Gewalt ist eine ganz andere, als noch vor einigen Jahren.

Der NFV Cuxhaven erhofft sich durch diese durchgeführte Maßnahme die Vereine und Vereinsvertreter im Hinblick auf Gewalt auf und am Spielfeld zu sensibilisieren und die Augen für solche Situationen zu schärfen, um dem gefährlichen Trend zu mehr Gewalt Einhalt zu gebieten. Ein erster Anfang dazu ist mit dieser Veranstaltung gemacht.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 21.08.2019

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